Presseartikel 2015

RNZ 3. November 2015

Vom knorrigen Holztor bis zur prächtigen Jugendstil-Pforte

Arbeitskreis Schriesheimer Senioren zeigt Foto Ausstellung „Türen und Tore in Schriesheim und Umgebung“-Bilder sollen drei bis 4 Monate zu sehen sein

 

Schriesheim. (sk) Verwittertes braunes Holz, eingerahmt von schmuddeligen Klinkern und beschmiert mit grüner Sprühfarbe: Die Türen des Klohäuschens am Festplatz sind unverkennbar auf die Mattscheibe gebannt, wirken wie eine Mahnung, das heruntergekommene Gebäude doch nun endlich zu sanieren oder es wenigstens einmal gründlich zu säubern. Bei dem Bild geht es allerdings nicht um eine Bestandserhebung der dringendsten Sanierungsfälle auf Schriesheimer Gemarkung. Es ist viel­ mehr Teil der aktuellen Kunst-Ausstellung im Büro des Arbeitskreises Schriesheimer Senioren (ASS).

Gezeigt werden diesmal Werke von gleich neun Künstlern. Es sind Marie Müller-Weber, Eike Schneider, Birgit Unholtz, Gernot Mayer, Karl Reichert­ Schüller, Ludwig Ries, Rolf Vogel und Helmut Weber; sie alle gehören zur Fotogruppe, die von Dieter Seegelken geleitet wird.

Seit etwa anderthalb Jahren treffen sich ihre Mitglieder alle vier Wochen im ASS-Büro, diskutieren über Fotos, wählen neue Themen aus und begeben sich auch schon mal auf gemeinsame Motivsuche.

So entstanden auch die Bilder von "Türen und Toren in Schriesheim und Umgebung", wie die Ausstellung heißt. Verbindendes Element sind die 60 mal 80 Zentimeter großen Rahmen, doch was man darin sieht, könnte vielfältiger nicht sein: Da gibt es die prächtigen schmiedeeisernen Tore des Schwetzinger Schlosses neben dem knorrigen Holztor zu einem Handschuhsheimer Schreber­ garten.

Jugendstil Pforten von Mannheimer Häusern, ein Tor in Neckargemünd, die Fassade der Unibibliothek in Heidelberg oder Ansichten von Heddesheim, Ladenburg oder Zwingenberg sind da zu sehen, mitunter aufgenommen aus eigen­ willigen Perspektiven, mit harten Hell­ Dunkel-Kontrasten oder präsentiert in goldenem Sonnenlicht. Nicht alles ist gleich so leicht zuzuordnen wie die Klo­ haus-Türen.

Woher kennt man das breite graue Holztor mit dem Tür-Einschnitt? Aus der Talstraße, der Heidelberger oder der Kirchstraße? So werden die Aufnahmen nicht nur zu künstlerischen Studien, sondern auch zur Herausforderung für den Einheimischen, der sich sicher ist, die Ansichten zu kennen. Doch nebenbei fällt der Blick auch auf das eine oder andere sensibel wahrgenommene Detail; man freut sich über rissiges Holz, moosige Planken oder auch das blank polierte Messing an der Tür eines Mannheimer Geschäfts­ hauses.

Drei oder vier Monate, sagt Seegelken, soll die Ausstellung zu sehen sein; zu den Büro-Öffnungszeiten kann man sie sich ansehen, zusätzlich soll es auch einmal an einem Samstag-Vormittag die Ge­legenheit geben, sich die Bilder in Ruhe anzuschauen.

 

RNZ 30. September 2015

Am Ende will er zurück zu seinen Wurzeln

 

Stadt und ASS beteiligen sich am Europäischen Filmfestival der Generationen und zeigen den Film "Der letzte Mentsch“

 

Von Stephanie Kuntermann

Schriesheim

"Ich erinnere mich nicht an das Lächeln meiner Mutter oder an das Rascheln ihres Kleides im Wind", sagt der alte Mann. Lange hat er seine Vergangenheit verdrängt, am Ende seines Lebens will er sich ihr wieder stellen. Mario Adorf schlüpft in die Rolle eines Überlebenden der Konzentrationslager, der sich nach dem Krieg eine andere Identität zulegte. Als alter Mann will er wieder zurück zu seinen Wurzeln und möchte ein jüdisches Begräbnis, "Der letzte Mentsch" heißt der 2014 erschienene Film von Pierre-Henry Salfati, und das "T" ist kein Fehler, sondern die jiddische Schreibweise.

Seine Glaubensbrüder machen es dem "Mentsch" allerdings nicht leicht, und so bricht er mit der jungen Gül als Chauffeurin auf in sein ungarisches Heimatdorf und macht sich auf die Suche nach einem Zeitzeugen, der sich an ihn erinnert. Wie es weitergeht auf dieser Suche, erfährt man beim Europäischen Filmfestival der Generationen, das in diesem Jahr zum sechsten Mal stattfindet. Es beginnt am 9. Oktober, der letzte Vorhang fällt am 16. Oktober. Insgesamt sind 130 Vorführungen der unterschiedlichsten Filme zum Thema "Alterwerden für Jung und Alt" geplant, die in 50 Städten und Gemeinden der Metropolregion zu sehen sind.

9. Oktober, im Feuerwehrhaus

 

Eine ist Schriesheim: Organisiert vom Arbeitskreis Schriesheimer Senioren (ASS) und der Stadt, wird "Der letzte Mentsch" gleich am ersten Festival-Tag im Feuerwehrhaus gezeigt. Der ASS ist bereits zum zweiten Mal beim Festival dabei, für die Stadt ist der Abend eine Premiere. ASS-Vorsitzender Karl Rei-chert-Schüller kennt das Roadmovie bereits, weil es beim letzten Festival als Eröffnungsfilm in Mannheim lief: Als große Überraschung gab sich Hauptdarsteller Mario Adorf an diesem Abend die Ehre, was ihm stehende Ovationen des Publikums einbrachte.

Reichert-Schüller rechnet für dieses Mal nicht mit gar so hohem Besuch, kün­digt dafür aber an, dass sich an die Vor­ führung eine Diskussion anschließt. Ein­ geladen sind Dr. Esther Graf und Manja Altenburg von der Agentur für jüdische Kultur. 100 Kartensindzuhaben, die noch dazu nichts kosten. Ab sofort kann man sich diese Platzkarten bei Utes Bücher­ stube abholen.

CD Info: Der Film "Der letzte Mentsch" wird am 9. Oktober um 18 Uhr im Feu­ erwehrhaus gezeigt. Einlass ist ab , 17.30 Uhr, der Eintritt ist frei.

Reichert-Schüller kennt das Roadmovie be­reits, weil es beim letzten Festival als Er­öffnungsfilm in Mannheim lief: Als gro­ ße Überraschung gab sich Hauptdar­steller Mario Adorf an diesem Abend die Ehre, was ihm stehende Ovationen des Publikums einbrachte.

Reichert-Schüller rechnet für dieses Mal nicht mit gar so hohem Besuch, kün­digt dafür aber an, dass sich an die Vor­ führung eine Diskussion anschließt. Ein­geladen sind Dr. Esther Graf und Manja Altenburg von der Agentur für jüdische Kultur. 100 Karten sind zu haben, die noch dazu nichts kosten. Ab sofort kann man sich diese Platzkarten bei Utes Bücher­stube abholen.

CD Info: Der Film "Der letzte Mentsch" wird am 9. Oktober um 18 Uhr im Feu­erwehrhaus gezeigt. Einlass ist ab  17.30 Uhr, der Eintritt ist frei.

 

 

RNZ 15. August 2015

Bloß nicht aufs Sofa!

! RNZ-Serie "Älter und engagiert":

Karl Reichert-Schüller will sich in der Rente nicht ausruhen Mitgründer des

ASS

 

Von Stephanie Kuntermann

Schriesheim. "Wer denkt als Jüngerer Mensch schon ans Alter? Das habe ich früher auch nicht getan", sagt Karl Rei­chert-Schüller, Er wuchs in Nürnberg auf, studierte in den Siebzigern in Erlangen Chemie und trat in Mannheim seine erste Stelle an; mit seiner Frau, einer Goldschmiedin, und seinen beiden Töchterr zog er nach Schriesheim, wo er noch heute lebt.

Zuletzt arbeitete Reichert-Schüller bei Roche und dachte nicht an die Rente oder an Altersteilzeit. Dann kam der Tag, an dem sein Abschied gefeiert wurde, und auf einmal war er zuhause. Der frisch ge­backene Rentner dachte: "Leg dich jetzt nicht aufs Sofa. Ich wusste, da würde ich nicht mehr hoch kommen. "

Dass er "ein paar Gänge herunterschalten" konnte, tat ihm gut; dann belegte der Schriesheimer Vorlesungen an der Uni in Theologie, VWL und über den Realismus im Film: "Alles meine Steckenpferde. "

Weil auch die Kommunalpolitik eines ist, kandidierte er auf der Gemeinderatsliste der Grünen. Beim Kaffeetrinken mit seinem "Kommilitonen" Peter Sommer wurde eine Idee mit weitreichenden Folgen geboren: Den beiden schwebte eine "Ehrenamtsbörse" für Äl-­ tere vor, mit dem Ziel, ihre Lebens- und Berufserfahrung zu nutzen. "Stellen Sie sich einmal dieses Potenzial vor", sagt er und findet die Vorstellung schrecklich, dass das alles brachliegen soll.

Ein Bewusstsein von Verantwortung mag dahinter stecken, sagt Reichert­ Schüller, Dankbarkeit für ein Leben, wie es die Älteren früher nicht führen konnten: gesundheitlich noch fit und mit einem festen Renten-Einkommen. Jedenfalls brachten die beiden ihre Ideen zu Papier, stellten sie Bürgermeister Hansjörg Höfer und dem Gemeinderat vor und fanden damit Anklang.

Am 10. Oktober 2007 fand das erste Treffen mit Vereinsvertretern statt, es bildete sich eine kleine Gruppe Engagierter. Die Stadt stellte ihr einen ungenutzten Raum im Stadtarchiv zur Verfügung, der im Januar 2008 eingeweiht wurde. Die Gruppe gab sich einen Namen: Arbeitskreis Schriesheimer Senioren (ASS).

 

 

Danach entwickelte die Idee eine Eigendynamik, die nicht mehr aufzuhalten war. Reichert-Schüller sagt: "Ich hatte das Gefühl, in ein Wespennest gestoßen zu haben." Denn das Interesse der Älteren, aber auch derer, die ihre Hilfe brauchten, war riesengroß.

Politische, berufliche oder weltanschauliche Beschränkungen gab es nicht, jeder durfte das einbringen, was er konnte, und so entwickelte sich eine ungeheure thematische Bandbreite: Lernbegleiter oder Hausaufgabenbetreuer halfen an der Schule, Erzieherinnen betreuten Kinder, wieder andere arbeiteten mit Senioren, stellten Gemälde oder Fotos aus, kümmerten sich um Grünanlagen oder Beschilderungen, den Marktstand der sozialen Heimstätte Talhof und vieles mehr: Die Tätigkeitsberichte des ASS werden von Jahr zu Jahr länger, immer wieder kommt Neues hinzu.

Aus der Initiative wurde ein Verein und Reichert-Schüller geradezu folgerichtig dessen Vorsitzender. Der ASS gewann Ehrenamtspreise und ist längst fester Bestandteil im gesellschaftlichen Leben der Stadt: "Wir haben uns etabliert, und das soll auch so bleiben. Ältere Menschen möchten gerne Fußspuren hinterlassen, etwas Bleibendes." Ganz nebenbei entwickelte die "Ehrenamtsbörse" einen sehr geselligen, integrativen Charakter: Regelmäßige Treffen im Büro, Kaffeerunden und Ausflüge gehörten dazu.

Seine Aufgabe sieht Reichert-Schüller nun, neben all dem Organisatori­ schen darin, "nicht stehen zu bleiben". . Nicht als Vorsitzender, der um Ausgleich und ständige Innovation bemüht ist, und nicht als Mensch.

In den vergan'genen Jahren, sagt der 69-Jährige, entstanden viele Kontakte: "Ich fühle mich dadurch eingebettet, daheim." Dass seine Vereinsarbeit manchmal anstrengend ist und einen Großteil seiner Zeit bestimmt, ist für ihn in Ordnung: "Denn es kommt so viel zurück."

RNZ 25. Juli 2015

Gleich zwei Töpfe Gemüsesuppe gekocht

Ferienspiele: Kinder schnippeln mit A WO und ASS auch für einen Imbiss des Seniorennachmittags

 

Schriesheim. (nip) Die Zwiebeln, die in einem Topf vor sich hinschwitzen und würzig duften, haben die· Ferienkinder beim Kochen mit der AWO nicht selbst geschnippelt. Alles andere schon. Lauch, Karotten, Kohlrabi, Sellerie, Bohnen und Erbsen, die ausgepult werden müssen, sowie Petersilienwurzeln. Ein Gemüse, das den Kindern nicht so bekannt ist.

Zusammen mit dem Spitzkohl wandert alles in einen großen Topf zu den Zwiebeln, wird angegossen und zur Gemüsesuppe gekocht. „Dazu gibt es Würstchen, wer mag", sagt Magdalena Bader, die den Ferienbeitrag zum fünften Mal organisiert. Mit sieben Helferinnen und Helfern und Dieter Seegelken, der später ein Quiz rund um Obst und Gemüsesorten veranstaltet. Vier Betreuer stellte der Arbeitskreis Schriesheimer Senioren (ASS). "Guck' mal, ich hab' die Schürze wieder an", sagt Lara, die schon im Vorjahr dabei war.

Damals hatte Gertrud Sulz-Gropp, Vorstandsmitglied des ASS, mit den Kindern Schürzen genäht. Sie werden in Ehren gehalten. Den Kindern macht das Schnippeln von Gemüse und Obst großen Spaß. "Mein Papa ist Koch, und ich helfe ihm auch", sagt Evelyn. Noch besser als Schnippeln könne sie aber Schminken. Auch Lisa-Marie kennt sich gut aus und weiß um die Vielfalt dessen, was jetzt auf Feld und im Garten wächst. "Ich esse lieber Fleisch", gibt Bastian am reinen Jungentisch zu Protokoll, während Luis versichert, zu Hause auch in der Küche zu helfen. Die Anmnerkung, das werde später der Damenwelt im­ ponieren, quittiert er mit einem Strahlen.

Eine sympathische Truppe, die an die­ sem Vormittag auch für die Senioren kocht: "Im Anschluss an den Seniorennachmittag bei Kaffee und Kuchen gibt es immer noch ein kleines Vesper. Das ist heute Gemüsesuppe- deshalb kochen wir zwei Töpfe voll", erklärt Magdalena Bader. Sie ist dankbar für die Spenden der Zutaten, die von der Familie Mühlbauer aus Dossenheim und vom Obsthof Volk aus Leutershausen kamen.

Genau 21 Kinder freuen sich nach dem eifrigen Schnippeln schon sehr aufs Mittagessen. Selbst gemacht schmeckt am besten. Und dann wartet ja auch noch der Obstsalat auf die Schleckermäulehen im Alter von sieben bis zwölf Jahren.

RNZ 13. 5. 2015

Holzschnitte im ASS-Büro

Gabriele Kusche stellt aus

 

Schriesheim. (sk) Von weitem glaubt man, einen kleinblütigen Blumenstrauß vor sich zu haben. Kommt man näher, entdeckt man am Rand des Bildes zwei Schildkröten und, als zentrales Motiv, ein fein geschnittenes Hundegesicht mit einer prächtigen Fell-Mähne: "Asterix" blickt den Betrachter tiefgründig an. Seine Besitzerin, Gabriele Kusche, hat ihrem treuen, unlängst verstorbenen Freund mit einem Holzschnitt ein künstlerisches Denkmal gesetzt und sagt: "Er hatte wirklich ein sehr ausdrucksvolles Gesicht." Viele ihrer Motive entstammen dem Alltag der Künstlerin und haben immer einen persönlichen Bezug: Sie stellt Landschaftsszenen dar oder Porträts und setzt auch schon mal Ereignisse aus Politik und Gesellschaft ins Bild. Eine Besonderheit ist ihre Technik: Die Schriesheimerin arbeitet mit Holzschnitt,

Genau 20 ihrer Bilder sind jetzt im Büro des Arbeitskreises Schriesheimer Senioren (ASS) zu sehen. "Der ASS entwickelt sich langsam zu einem Kunstverein" , sagt Vorsitzender Karl Reichert-Schüller mit einem Lachen. Dieser "Kunstverein" findet Anklang, denn das kleine Büro quillt aus allen Nähten, als Kusches Lehrerin und Freundin Gunda Kupfer bei der Vernissage in die Kunst des Holzschnitts einführt.

Die uralte Kulturtechnik erlebte mit den Werken Albrecht Dürers hierzulande eine erste Blüte und fand in der Plakatkunst des 20. Jahrhunderts neue Ausdrucksformen. Als Hochdruckverfahren sei es eine der ältesten Formen der Druckgrafik, so die Kursleiterin, bei der Kusche vor acht Jahren ihr "Handwerkszeug" erlernte;

Ein Bild entsteht erst, nachdem die Arbeit mit den Werkzeugen beendet und die Farbe mit der Rolle aufgetragen wurde. Kompliziert wird das Ganze, wenn mehrere. Farben verwendet werden und bei der Technik des "verlorenen Stocks" immer mehr von der Holzoberfläche abgetragen wird. Linolschnitt, Weiß oder Schwarzlinienschnitt sind weitere Techniken; fest steht für Kupfer: „Jeder Abzug ist eine Überraschung, das muß man auch aushalten können.“

Was im Falle von Kusches farbenprächtigen Landschaftsbildern, etwa den Ansichten von Sylt, kein allzugroßes Problem gewesen sein 'dürfte. Harmonisch finden die Farben zu einander bei den, bei den Stillleben, die Ginkgoblätter und -früchte darstellen; an Wirtshausszenen Toulouse-lautrecs erinnert da­ gegen das Porträt des Paars, das an einem Bistrotisch sitzt. Immer wieder ziehen die Alltagsszenen Blicke auf sich: In satten Violett- und Grüntönen ist eine Ansicht von Kusches Haus gehalten. Und wer genau hinschaut, entdeckt sogar Schriesheims Wahrzeichen: In der obe­ren Ecke prangt die Strahlenburg.

Info: Die Ausstellung mit Gabriele Kusches Bildern ist noch bis September im ASS-Büro im Haus des Stadtarchivs zu sehen.

MaMo-15. 2. 2015

 

Bergstraße: Olympia-Kino Leutershausen undArbeitskreis Schriesheimer Senioren starten Kooperation

 

Beginn einer wunderbaren Freundschaft

 

Der Förderverein für das Olympia-­Kino Leutershausen weitet seine zu­sammenarbeit mit Vereinen des Ortes und der Region aus. Das Licht­spielhaus startet eine Kooperation mit dem Arbeitskreis Senioren Schriesheim (ASS), um die Wunschfilme der ASS-Mitglieder auf die Leinwand zu bringen.

Am kommenden Mittwoch, den 11. Februar, 17.30 Uhr startet die Reihe mit dem Filmklassiker ,,Alexis Sorbas". Der dreifach für den Oscar nominierte Schwarz-Weiß- Film von 1964 mit Anthony Quinn in der Titel­ rolle ist einer der erfolgreichsten Filme aller Zeiten. Unvergessen blieb er vor allem auf Grund der Schlussszene, in der Sorbas und Partner Basil am Strand den „Sirtaki" tanzen.

"Welche Filme des Weiteren ausgewählt werden, da sind wir völlig of­fen", sagt ASS-Chef Karl Reichert­Schüller, der aber davon ausgeht, dass das Hauptaugenmerk der Veranstaltung auf den sechziger und siebziger Jahren liegen wird. Der ASS, dessen Ziel es ist, Menschen im Ruhestand ehrenamtliche Tätigkeiten zu vermitteln, will mit dieser Serie Vereinsmitgliedern die Möglichkeit zu einer geselligen Veranstaltung der besonderen Art geben.

Zu den Vorführungen, für die bislang noch kein fester Turnus festgelegt ist, kann natürlich jeder kommen", sagt Fördervereins-Vorsitzende Wiebke Dau-Schmidt. Aufgrund des nicht unerheblichen finanziellen Risikos für das Kino, das durch den Erwerb der Rechte zur öffentlichehn Aufführung entsteht, ist der Förderverein glücklich, mit dem ASS einen festen Besucherstamm gefunden zu haben. Er macht es den Leutershausener Cineasten möglich, diese Filmklassiker aufzuführen und den Freunden der Filmgeschichte mit einem ermäßigten Eintrittspreis von fünf Euro entgegen zu kommen.

"Für uns geht es darum, nicht nur anderen Menschen ehrenamtlich zu helfen, sondern auch den Mitgliedern des Vereins Gelegenheit zur Geselligkeit zu geben“, sagt Reichert-Schüller, dessen Verein neben den Sommerausflügen, dem zweiwöchentlichen Kaffetreff und der Weihnachtsfeier durch die Filmserie eine weitere Gelegenheit zum Miteinander abseits des sozialen Engagements der Mitglieder anbieten will.

Die Reihe dürfte, was die Auswahl betrifft, eine echte Wundertüte wer­den: "Wenn man 50 Menschen nach ihrem Lieblingsfilm fragt, kommen 50 verschiedene Antworten", sagte Dau-Schmidt. Die Fördervereins­ Vorsitzende und der ASS-Chef waren sich allerdings beide sicher, dass am Filmklassiker "Casablanca" mit Humphrey Bogart wohl kaum ein Weg vorbeigehen wird.

Für die Freunde großen Kinos in der Region bleibt zu hoffen, dass der Schlusssatz aus eben diesem Film zum Credo der Beziehung beider Vereine wird: Nämlich der Beginn einer wunderbaren Freundschaft. uJ

 

Koperation zwischen Olympia-Kino und ASS:v. l. Karl Reichert-

Schüller, Renate Keppler-Götz, Wiebke Dau-Schmidt und Dieter Seegelken                                                                Bild: WN

RNZ 6. 2. 2015

"Alexis Sorbas"kommt ins Kino

Am 11. Februr Kooperation von ASS und Olympia-Kino

Hirschberg-Leutershausen. (ze)

"Wünsch Dir was", heißt es zukünftig für die Mitglieder des Arbeitskreises Schriesheimer Senioren (ASS), wenn es um einen Film geht, den sie nach langer Zeit wieder ein­ mal im Kino sehen möchten. Möglich wird dies durch eine Kooperation mit dem Olympia Kino Leutershausen, wie" deren Vertreter dieser Tage in einem Pressegespräch erklärten.

"Der ASS besteht aus Ruheständlern, die sich auf vielen Gebieten für die Gesellschaft engagieren - aber wir tun auch etwas für uns", ging Karl Reichert­ SchülIer, der Vorsitzende des ASS, auf die Hintergründe dieser Kooperation ein. Vor rund sieben Jahren sei man angetreten anderen zu helfen, habe aber schnell gemerkt, dass es sehr wichtig ist, auch in der Gruppe etwas zu machen.

So veranstalte der ASS für seine Mit­glieder nicht nur ein Sommer- und Weihnachtsfest, man treffe sich ebenso regelmäßig zum Kaffeetrinken. "Es geht auch darum, nicht einsam zu werden", betonte Reichert-Schüller, So kam man beim ASS auf die Idee. sich lange nicht gesehene Filme im Kino anzuschauen. "Zum Beispiel Klassiker aus den 1960er und 1970er Jahren", ergänzte Dieter Segelken vom ASS.

"Wir haben dieser Kooperation gerne zugestimmt, da der ASS viele Mitglieder hat und so vermutlich genügend Kino­ besucher kommen. Für den ersten Film gibt es auch schon viele Anmeldungen", freuten sich Wiebke Dau-Schmidt und Renate Keppler-Götz vom Förderkreis Kommunales Olympia-Kino Leutethausen. Als ersten Wunschfilm zeigt das Olympia-Kino am Mittwoch, 11. Februar, den Filmklassiker "Alexis Sorbas", "Die Veranstaltung ist aber öffentlich, auch andere Leute können sich den Film ansehen", betonte Dau-Schmidt. Zusätzlich hat man den Eintrittspreis für diese Vorführung auf fünf Euro gesenkt, in der Hoffnung, dass mehr Besucher ins Kino kommen.

"Wenn wir merken, dass alles funktioniert' werden wir eine Liste mit Wunschfilmen machen und einen Turnus festlegen", kündigte Wiebke Dau­ Schmidt an. Allerdings werde es nicht möglich sein, alle Wünsche zu erfüllen, da es bei vielen älteren Filmen keine Rechte für eine Kinovorführung gebe. Jedenfalls haben sich die Mitglieder des ASS den nächsten Wunschfilm bereits ausgesucht: den Klassiker "Casablanca" mit Humphrey Bogart und Ingrid Bergmann.

 

ASS brachte sich vielfältig ein

Jahreshauptversammlung

RNZ 30. 1. 2015

Schriesheim. (sk) Der Platz im Nebenzimmer des Gasthauses Frank wurde knapp, dafür wurde die Liste an Aufgaben immer länger. Soviel zum ersten Eindruck bei der Jahreshauptversammlung des ASS. Dazu kam, dass die Mitgliederzahl beim Arbeitskreis Schriesheimer Se­ nioren im Jahr 2014 um 17 stieg und die Hundert überschritt: 110 sind es aktuell.

Die Aktivitäten des letzten Jahres gliederte Vorsitzender Karl Reichert­-Schüller in gesellige und solche, die mit bürgerschaftlichem Engagement zu tun hatten. In beiden Fällen war die Bandbreite groß: Mitglieder kümmerten sich um die Beschilderung des "Kuhberg" - Themenwegs und der Altstadt, standen am Marktstand der Sozialen Heimstätte Talhof, betreuten Klein- und Grundschulkinder, über­nahmen Lesepatenschaften, halfen in Familien als "Ersatzoma oder -opa" oder besuchten alte Menschen, pflegten öffentliche Gräber auf dem Friedhof und wirkten mit bei den Führungen über den jüdischen Friedhof.

Letztes Jahr kam die Hausaufgabenbetreuung in der Kurpfalz-Realschule neu dazu, außerdem Kooperationen mit dem ökumenischen "Eine-Welt-Laden", der AWO-Tagespflege sowie den Schulsozial­arbeitern. Seit Dezember bekommen. syrische Flüchtlingskinder an der Kurpfalz-Grundschule Deutschunterricht von ASS-Mitgliedern. In diesem Jahr sollen weitere Projekte anlaufen wie eine Hausaufgabenbetreuung am Kurpfalz-Gymnasium (KGS). Helfer, so Rei­chert-Schüller, würden auch noch im DRK-Secondhandladen sowie bei der "Mobilen Tafel  gebraucht.

 

Sie können auch selbst etwas vorschlagen wie ein Neumitglied. Der pen­sionierte Physiker bot Mathe" und Physik-Nachhilfe für die Oberstufe am KGS an. Allerdings unter einer Voraussetzung, wie ein Mitglied bemerkte: "Unterstützt werden nur Schüler, deren Eltern sich professionelle Nachhilfe nicht leisten können. " Letztlich solle der Schatz der Mitglieder an Lebens- und Berufs­ erfahrungen allen zugutekommen, so Reichert-Schüller: "Wir sollten ihn den Schwächeren in der Gesellschaft nicht vorenthalten