Feste feiern wie sie fallen!

                Sommerfest bei den Naturfreunden

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 Jeder, der sich die Fähigkeit erhält
Schönes zu erkennen,
wird nie alt werden


Franz Kafka

 Reflektionen eines ASSlers zur Aufnahme seiner ehrenamtlicher Aufgaben

 

Das Berufsleben geht zu Ende; all die vielfältigen Aufgabenstellungen, die der berufliche Alltag so vorsah, die Vorgaben und Ziele, Vorstellungen, Verantwortlichkeiten, das Streben nach persönlichen und wirtschaftlichen Erfolgen im Unternehmen sind nun Dinge der Vergangenheit. Der gern und vielzitierte Stress im Beruf hat ein Ende. Endlich ist die Zeit da, auf die man sich so lange gefreut hat. Endlich keine zwingenden Verpflichtungen mehr, kein frühes Aufstehen, keine Geschäftsessen bis spät in die Nacht, keine Geschäftsreisen, Messebesuche und das tägliche innerbetriebliche Klein-Klein – alles passé. Jetzt fängt das Leben an, so sagt man doch.

Ja, das Leben des Ruheständlers fühlt sich wirklich anders an. Anfangs pocht noch das schlechte Gewissen, wenn man sich um 8Uhr morgens gemütlich noch einmal im Bett herumdreht, anschließend das intensive Zeitungsstudium beim Frühstück genießt, welches zeitlich manchmal eigentlich eher schon in die Mittagszeit hineinreicht. Danach entspannen oder lieber zum Bummeln in die Stadt? Und muss es denn heute unbedingt Gartenarbeit sein? – Ach was, das kann doch auch noch bis morgen warten – endlich hat man doch die Freiheit, sich einfach mal zu verweigern und lieber spontan etwa einen Ausflug zu machen…. Nach wenigen Wochen hat sich das schlechte Gewissen auch gelegt, wer außer man selbst soll einem denn auch schon Vorwürfe machen für das genussvolle Ausleben der neuen Freiheit?

Irgendwann aber endet diese Phase des Ruheständler-Daseins. Genug entspannt, Städtetouren sind auch schon einige gemacht, Museumsbesuche sind zwar immer wieder interessant, aber nichts Außergewöhnliches mehr, sie werden jetzt einfach nach Belieben festgelegt. Freunde und Bekannte will man auch nicht allzu oft heimsuchen, Stippvisiten bei den noch arbeitenden Ex-Kollegen im Unternehmen werden auch immer kürzer und einsilbiger – da muss es doch noch mehr geben?! 

Das Ehrenamt ruft! Schon so oft habe ich interessiert die Berichte in der Tageszeitung gelesen über das, was Andere in ihrer Freizeit so treiben – ehrenamtlich, freiwillig, unentgeltlich für Leute, die Unterstützung gebrauchen können. Schon oft habe ich mir eingestanden: „eigentlich müsste man….“ Und dann gibt ein Zeitungsbericht die Initialzündung: jetzt melde auch ich mich beim ASS und bringe mich ein. Nicht zu oft, nicht dauernd, nicht jeden Tag und keinesfalls zu früher Morgenstunde und am liebsten mit Kindern. Kindergartenkinder einen Vormittag als Betreuer auf einem Ausflug begleiten, damit der Ausflug mit dann ausreichend Betreuern überhaupt stattfinden kann, oder schwächeren Schülern 1 oder 2mal die Woche ein Stündchen in der Hausaufgabenbetreuung beistehen, Kindern mit Migrationshintergrund oder Flüchtlingen beim Erlernen oder Verbessern ihrer Deutschkenntnisse unter die Arme greifen – alles überschaubare und temporäre Aufgabenstellungen, bei denen der eigene Einsatz entsprechend den eigenen Fähigkeiten und Neigungen selbst definiert werden kann. Eine Vielzahl anderer – für mich selbst (noch?) nicht geeignete - Aufgaben wären z.B. die Betreuung älterer oder kranker Mitbürger, Einkäufe machen oder Hunde ausführen für temporär Gehandicapte, Bastelnachmittage oder Ausflüge für die Bewohner von Altenheimen, ….

Es gibt so vielfältige Ansätze für ehrenamtliches Engagement. Mir wurde der Einstieg sehr leicht gemacht: der Chef des ASS persönlich stellte mich Lehrern vor, die für ihre Schüler Unterstützer suchten. Ich wurde freudig begrüßt, es gab keine Berührungsängste, keine Ressentiments gegenüber mir bekennendem Nicht-Pädagogen, sondern nur Freude darüber, dass endlich bestimmte Aufgaben bearbeitet werden können und schon war ich dabei und mittendrin. Und wie viel  Vertrauen bringen erst die Kinder einem entgegen, wie freuen sie sich, dass sich jemand exklusiv mit ihnen beschäftigt und wie dankbar sind sie für die Stündchen, die man für sie investiert – ja, es macht mir wirklich auch Spaß!

Bei allem persönlichen Engagement, sei es klein oder groß, kommt beim ASS übrigens auch nicht zu kurz, dass wir uns selbst etwas gönnen: regelmäßiger Nachmittagskaffee mit angeregtem Gedankenaustausch und mehr oder weniger tiefgreifendes Schwätzchen im Büro, Spielenachmittage, Wanderungen oder Ausflüge usw. usf.

Mir macht es Freude, an der einen oder anderen Stelle ehrenamtlich helfen zu können. Und alles läuft so intensiv, wie ich selbst es möchte und zulasse. Spontane Urlaube auch außerhalb der Ferienzeiten sind also dennoch immer drin. Alles ist freiwillig, kein „Höher, Schneller, Weiter“ wie früher im Beruf, kein „fishing for compliments“ oder Anerkennungsurkunden; mir reicht, was strahlende Kinderaugen zurückgeben und kann jeden Interessierten nur ermuntern, sich auf ein derartiges Engagement einzulassen.

12.05.2016

Peter M. Ahlf

 

Willkommen beim Arbeitskreis Schriesheimer Senioren (ASS)

 

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